Interview zur veganen Schulverpflegung und zur Elterninitiative ÔÇ×Mehr Pflanzenkraft f├╝r Schulen!ÔÇť

Ann-Marie Orf und Sarah Kalyanii Bihari aus Berlin haben die Initiative ÔÇ×Mehr Pflanzenkraft f├╝r Schulen!ÔÇť ins Leben gerufen. Wir wollten wissen, was es damit auf sich hat und welche Tipps sie f├╝r Eltern veganer Schulkinder haben.

Viele Eltern sto├čen auf Widerstand, wenn sie beim Schul-Caterer nach veganem Essen f├╝r ihre Kinder fragen. Was sind hier typische Probleme und welche Erfahrungen habt ihr selbst gesammelt?

Kaly: Manchmal wird die Lieferung rundheraus verweigert, ohne gro├če Erkl├Ąrungen. Es gibt aber zum Beispiel auch Caterer, die Eltern raten, sich ein Attest zu holen und so nachzuweisen, dass aus gesundheitlichen Gr├╝nden vegan gegessen werden muss ÔÇô obwohl sie wissen, dass keine gesundheitlichen Gr├╝nde vorliegen. Darauf sollte man sich meiner Meinung nach nicht einlassen, denn zum einen wollen wir ja, dass klar ist, dass es hier um ethische und ├Âkologische Aspekte geht, und zum anderen sprechen wir hier ├╝ber ein Falschattest. Das ist keine Kleinigkeit und es d├╝rfte ohnehin schwer sein, ├ärzt:innen zu finden, die bei so was mitmachen. (ÔÇŽ)

ÔÇĘAnn-Marie: Und nat├╝rlich ist es nicht sehr hilfreich, wenn veganem Essen mit dem Hinweis darauf eine Absage erteilt wird, dass es bei zwei Men├╝linien ja jeden Tag mindestens ein vegetarisches Essen gibt. Das kommt auch ├Âfter mal vor. Da fehlt jedes Verst├Ąndnis daf├╝r, dass ein vegetarisches Essen f├╝r ein Kind, das vegan leben m├Âchte, keine Option ist. 

Meine Erfahrung ist, dass man mit guter Kommunikation oft weiterkommt, wenn man hartn├Ąckig bleibt. Ich hatte das auch schon, dass es eines gewissen Verhandlungsvorlaufs bedurfte, bis veganes Essen f├╝r meinen Sohn geliefert wurde. Dann lief es allerdings wirklich gut. Mit dem aktuellen Caterer an der Schule meines Sohnes gab es ├╝berhaupt keine Probleme, da ist veganes Essen ganz einfach als Sonderkost bestellbar. Das ist zwar noch weit weg vom Idealzustand, im Moment aber das Best-Case-Szenario. (…)

Was ratet ihr Eltern, deren Kindern veganes Essen vom Schul-Caterer verweigert wird?

Kaly: Ich glaube, im Endeffekt muss da jede Familie ihren eigenen Weg finden. Ich finde es falsch, sich auf die Attest-Sache einzulassen, aber ich kenne Eltern, f├╝r die war das die richtige L├Âsung. Die hatten einfach keine Nerven, diesen Kampf zu f├╝hren, und das kann ich sehr gut verstehen. Da gibt es im Moment einfach noch Stolpersteine, die es nicht geben d├╝rfte. Das ist schon wirklich verr├╝ckt: Es gibt nichts Effektiveres, was wir als Einzelne zum Schutz der Umwelt und des Klimas tun k├Ânnen, als auf eine rein pflanzlicheErn├Ąhrung umzustellen. Das Gemeinwohl profitiert also von jedem einzelnen Menschen, der vegan lebt ÔÇô und trotzdem wird es Veganer:innen in vielen Settings immer noch so schwer gemacht.

Ann-Marie: (…) Wir leisten als vegane Menschen durch unsere Lebensweise einen ganz entscheidenden Beitrag zur Gesellschaft und gerade auch als vegane Eltern sind wir Vorbilder, und das nicht nur f├╝r unsere Kinder. Mit diesem Selbstbewusstsein und diesem Gef├╝hl f├╝r Selbstwirksamkeit sollten wir in schwierige Gespr├Ąche gehen, finde ich. Mir hilft da auch der Gedanke sehr, dass es mit jedem Stolperstein, der aus dem Weg ger├Ąumt wird, leichter f├╝r alle wird, die nachkommen. Und je leichter es wird, vegan zu leben, auch mit und als Familie, desto mehr Menschen werden das auch tun. Denn dass es viele gute Gr├╝nde daf├╝r gibt, ist inzwischen wohl den meisten klar.

Kaly: Wichtig ist auf jeden Fall, zu wissen, dass es einen Anspruch auf Selbstversorgung gibt, der durch die Freiheitsrechte gesch├╝tzt ist. Verweigert der Caterer veganes Essen, d├╝rfen die Eltern ihrem Kind also jeden Tag Essen mit in die Schule geben. Das bedeutet f├╝r die Eltern aber nat├╝rlich in jedem Fall einen zeitlichen Mehraufwand. Wenn das Schulessen nicht in Anspruch genommen wird, ist es au├čerdem wichtig, sich von den Kosten daf├╝r befreien zu lassen ÔÇô nicht nur, um selbst finanzielle Einbu├čen zu vermeiden, sondern auch, um eine Verpflegung mit Tierprodukten in der Schule nicht mitzufinanzieren. Die Befreiung kann ganz problemlos vonstattengehen, es kann aber auch rechtlicher Beistand notwendig werden, wenn sich die Verantwortlichen querstellen. (…)

Ann-Marie: F├╝r viele ist die Selbstversorgung momentan die beste L├Âsung, hier muss sich aber grunds├Ątzlich was ├Ąndern. Es muss ganz normal und einfach werden, in der Schule wirklich klima- und tierfreundlich zu essen, wof├╝r sich ja auch Aktion Pflanzen-Power ganz toll einsetzt. Wenn wir das erreichen wollen, m├╝ssen wir aber insgesamt mehr Druck aufbauen. Da ist individueller Aktivismus total wichtig. Es z├Ąhlt also jede:r Einzelne, der:die sich intensiv mit dem Caterer auseinandersetzt, die Schulleitung involviert, andere Eltern und Lehrkr├Ąfte mobilisiert, das Thema beim Elternabend auf die Agenda setzt, versucht, die Presse f├╝r das Thema zu interessieren, die lokalen Verantwortlichen anschreibt usw. usw. Und nat├╝rlich ist auch der Klageweg eine Option, wenn man pers├Ânlich betroffen ist, denn stellvertretend kann nicht geklagt werden. (…)

Ihr habt die Initiative ÔÇ×Mehr Pflanzenkraft f├╝r Schulen!ÔÇť gegr├╝ndet. Was hat es damit auf sich?

Kaly: Mit der Initiative wollen wir einerseits erreichen, dass es ganz einfach wird, in der Schule durchg├Ąngig vegan zu essen, aber auch, dass ganz allgemein in der Schulverpflegung noch st├Ąrker auf Pflanzliches gesetzt wird. Die Deutsche Gesellschaft f├╝r Ern├Ąhrung e.V. (DGE) hat durch ihren Qualit├Ątsstandard f├╝r die Verpflegung in Schulen einen ma├čgeblichen Einfluss darauf, was in den Schulen auf den Tisch kommt, daher steht sie im Fokus unserer Initiative. (…)

K├Ânnt ihr kurz erl├Ąutern, wie ihr die Situation rund um die DGE und ihren Einfluss auf die Schulverpflegung aktuell seht?

Kaly: Tats├Ąchlich ist die Ausgangslage hier in Deutschland im internationalen Vergleich ganz gut. Es wird ja gern auf die DGE geschimpft, da hat sich in den letzten Jahren aber wirklich viel getan. (…)

Ann-Marie: Ganz allgemein st├╝nden wir in Deutschland nicht schlecht da, wenn die DGE-Standards f├╝r die Gemeinschaftsverpflegung fl├Ąchendeckend umgesetzt w├╝rden, das ist aber leider nicht der Fall. Der Schulstandard ist derzeit nur in wenigen Bundesl├Ąndern verbindlich, unter anderem in Berlin. (ÔÇŽ) Dass hier auf lokaler Ebene angesetzt werden muss, ist eine wichtige Erkenntnis f├╝r alle, die im Bereich Schulverpflegung etwas bewegen wollen, denke ich. Mit lokal ist hier ├╝brigens auch nicht zwangsl├Ąufig die L├Ąnderebene gemeint ÔÇô hier k├Ânnen auch einzelne St├Ądte vorpreschen. In T├╝bingen beispielsweise gibt es seit dem Schuljahr 2021/2022 nur noch 1 x die Woche Fleisch oder Fisch, das hat die Stadt so entschieden.

Ist zu erwarten, dass es vegane Kinder in der Schule in Zukunft einfacher haben?

Ann-Marie: Eine durchg├Ąngige vegane Verpflegung wird wohl nicht den Status erhalten, den wir uns w├╝nschen, solange die DGE eine vegane Kinderern├Ąhrung nicht empfiehlt. Dabei muss man sich allerdings klarmachen, dass sie nicht ausdr├╝cklich davon abr├Ąt, sondern sich einfach zur├╝ckhaltend ├Ąu├čert, weil sie der Ansicht ist, dass die Datenlage immer noch unzureichend ist und deshalb aktuell keine ÔÇ×zufriedenstellende Einsch├ĄtzungÔÇť vorgenommen werden kann. Auf diesen Einwand, das DGE-Positionspapier ÔÇ×Vegane Ern├ĄhrungÔÇť von 2016 und die Erg├Ąnzung dazu aus dem Jahr 2020 gehen wir in unseren Schreiben an die DGE auch ein.

Das Interview in voller L├Ąnge (in dem es auch um die spezifische Situation in Berlin geht) sowie alle anderen Infos zu dieser Initiative und die zugeh├Ârige Korrespondenz findet ihr unter diesem Link: ÔÇĘhttps://www.meatthetruthforyourkids.com/pflanzliche-re-schulverpflegung-initiative/

Weitere Informationen zur veganen Schulverpflegung: https://ecodemy.de/magazin/vegane-schulverpflegung/

Bildquelle: Ann-Marie Orf und Sarah Kalyanii Bihari

Interview ├╝ber die Schulverpflegung von morgen

Prof. Dr. Volker Peinelt leitete 14 Jahre lang das Referat Gemeinschaftsgastronomie der Deutschen Gesellschaft f├╝r Ern├Ąhrung (DGE). Anschlie├čend war er ├╝ber 20 Jahre an der Hochschule Niederrhein aktiv und entwickelte unter anderem ein Konzept f├╝r eine hochwertige Schulverpflegung. Er war einer der beiden wissenschaftlichen Leiter des 2015 ver├Âffentlichten ÔÇ×Handbuchs der GemeinschaftsgastronomieÔÇť, das mit ├╝ber 60 Autorinnen und Autoren alle wichtigen Bereiche abdeckt. Im Interview spricht er ├╝ber seinen Ansatz, die Schulverpflegung in Deutschland zu optimieren.

Herr Prof. Dr. Peinelt, warum braucht es Ern├Ąhrungsunterricht und Lehrk├╝chen in Schulen?

Es geht hierbei um die Vermittlung von Ern├Ąhrungswissen und Geschmackserfahrungen sowie praktischen Fertigkeiten bei der Zubereitung von Gerichten. Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sollten lernen, gesunde und schmackhafte Men├╝s zusammenzustellen und dies in einer Lehrk├╝che auch ausprobieren d├╝rfen. Nur wenn Kinder ├╝ber Jahre zu Ern├Ąhrungsthemen geschult werden, k├Ânnen bessere Ern├Ąhrungsgewohnheiten dauer┬şhaft gepr├Ągt werden.

Wir werden oft gefragt, ob es nicht am besten sei, direkt in der Schule frisch zu kochen anstatt sich das Essen liefern zu lassen.

Unter optimalen Voraussetzungen ist die Frischkost das beste Produktionssystem. In Japan funktioniert das einwandfrei, nicht aber in Deutschland. Wir haben nicht gen├╝gend K├╝chenfachkr├Ąfte: Die Zahl der Auszubildenden geht kontinuierlich zur├╝ck und die Abbruchquote ist sehr hoch (circa 60 %)[1]. Au├čerdem ist der Investitions- und Raumbedarf bei dieser Kostform am h├Âchsten ÔÇô sowie ├╝brigens auch die Hygiene-Anforderungen. Hinzu kommt, dass Schulen keine Essenspflicht haben und vor allem in den weiterf├╝hrenden Schulen oft weniger als 10 % der Kinder am Essen teilnehmen. Somit w├╝rden sich die Kosten f├╝r ein Frischkost-Essen auf bis zu 10 ÔéČ belaufen [2]. Welche Eltern k├Ânnen sich das leisten? Der Staat m├╝sste dieses System massiv subventionieren und viele Voraussetzungen erst einmal schaffen, ist dazu aber nicht bereit. Daher w├Ąre ein temperaturentkoppeltes System an Schulen zu bevorzugen: ÔÇ×Cook & ChillÔÇť oder ÔÇ×Cook & FreezeÔÇť sind solche Verfahren, bei denen das Essen zentral zubereitet und an der Schule nur noch erw├Ąrmt werden muss. Die Qualit├Ąt dieser Gerichte ist mit der von Frischkost vergleichbar.

Wie kann das Verpflegungssystem an Schulen optimiert werden?

Wir m├╝ssen wegkommen von schulspezifischen und unprofessionellen L├Âsungen. Stattdessen m├╝sste die Schulverpflegung in gr├Â├čerem Ma├čstab organisiert werden, mindestens auf kommunaler Ebene. Der Aufwand ist viel zu hoch, wenn jede Schule das Rad neu erfindet. Aber leider wird es in Deutschland genau so gehandhabt, obwohl es qualifizierte Caterer mit dem System der Temperaturentkopplung gibt, die viele Schulen beliefern k├Ânnten. Das w├Ąre rationeller, kosteng├╝nstiger und qualitativ hochwertig.

Was sollte aus Ihrer Sicht an der Schulverpflegung am dringendsten ge├Ąndert werden?

Wegen gravierender Schwachstellen in der Schulverpflegung kann nur eine Zertifizierungspflicht auf Basis einer umfassenden Pr├╝fung Abhilfe schaffen, die alle wesentlichen Aspekte abdeckt. Die Qualit├Ątsstandards der DGE k├Ânnen da als Einstieg dienen[3]. Der Pr├╝fkatalog muss aber wesentlich umfangreicher sein. Eine solche Zertifizierung mit j├Ąhrlichen Folgepr├╝fungen k├Ânnte ein dauerhaft hohes Niveau der Schulverpflegung sicherstellen. Die Hochschule Niederrhein hat ein solches Konzept entwickelt, das inzwischen vom T├ťV Rheinland angewendet wird. Es k├Ânnte in kurzer Zeit in ganz Deutschland eingef├╝hrt werden, wobei pro Essen nur lediglich 1 Cent (!) Mehrkosten anfielen[4]. Da eine Zertifizierungspflicht aber fehlt, kann jede Schule ihr eigenes Konzept umsetzen. Fehlende Kontrollen haben zur Folge, dass Hygienekonzepte nur in etwa der H├Ąlfte der Schulen vorhanden sind ÔÇô von anderen Schwachstellen ganz zu schweigen. Dies m├╝sste eigentlich zur Schlie├čung zahlreicher Schulmensen f├╝hren.

Welche gravierenden Probleme sehen Sie noch?

Die genannten Schwachstellen h├Ąngen mit dem Professionalisierungsgrad zusammen, der in der Schulverpflegung einer der schlechtesten in der gesamten Branche ist. Das starke Nachwuchsproblem kann nur durch personalsparende Systeme wie der Temperaturentkopplung gel├Âst werden. Die massenhafte Umsetzung scheitert unter anderem auch an der geringen Zahlungsbereitschaft. Deshalb gibt es hierzulande so viele Warmverpflegungsangebote, also Essen, das in Zentralk├╝chen gekocht, warm angeliefert und dann noch in den Schulen warm gehalten wird ÔÇô insgesamt bis zu 6 Stunden. Au├čerdem glauben viele Eltern, die Schulverpflegung selbst managen zu k├Ânnen und untersch├Ątzen dabei die Komplexit├Ąt und die Erf├╝llung rechtlicher Anforderungen. Ein gro├čes Problem ist nat├╝rlich auch, dass sich der Staat nicht wirklich um das Thema k├╝mmert. Zwar gibt es Vernetzungsstellen in den Bundesl├Ąndern, doch k├Ânnen sie nur wenig bewirken. Dabei lie├če sich eine hohe Qualit├Ąt leicht finanzieren: Wenn f├╝r jedes Essen 5 ÔéČ vom Staat gezahlt w├╝rde (Vollkosten), entst├╝nden bei 3,2 Millionen Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern[5] und einer Essensteilnahme von durchschnittlich 30 % bei angenommenen 220 Schultagen Gesamtkosten von circa einer Milliarde ÔéČ pro Jahr. Das w├Ąren nur 8,8 % der Subventionierung klimasch├Ądlicher Dienstwagen in Deutschland[6]. Dies zeigt die Priorit├Ąten deutscher Politik.

Sie sagen, dass Qualit├Ątsanforderungen nicht nur f├╝r das Mittagessen, sondern auch f├╝r die Pausenverpflegung beziehungsweise den Kioskverkauf aufgestellt und kontrolliert werden sollten. Wie k├Ânnen Schulen das umsetzen?

Eine Umsetzung ist am besten m├Âglich, wenn ein qualifizierter Dienstleister verpflichtet wird, auch dieses Segment zu bedienen. Was Schulen dabei beachten m├╝ssen, steht zum Beispiel im DGE-Qualit├Ątsstandard. Eine Kontrolle des Dienstleisters k├Ânnte am besten im Rahmen der Zertifizierung erfolgen. Auf keinen Fall sollte ungeschultes Personal den Verkauf ├╝bernehmen. Die Angebotsqualit├Ąt ist dann erfahrungsgem├Ą├č schlecht.

Geht es bei der Zertifizierung auch um Nachhaltigkeit?

Die vom T├ťV Rheinland durchgef├╝hrte Zertifizierung legt auch gro├čen Wert auf die Nachhaltigkeit[7]. Eine Schule kann im Erfolgsfall sogar ein eigenes Nachhaltigkeits-Zertifikat erhalten. Erforderlich sind daf├╝r gute Ergebnisse in allen Bereichen der Nachhaltigkeit: Gesundheit, ├ľkologie, Wirtschaft und Soziales. Die Kriterien hierf├╝r beziehen sich zum Beispiel auf das Speisenangebot, die Herkunft der Lebensmittel (├ľko-Landbau), Ma├čnahmen zur Reduzierung des Speiseabfalls oder Schulungen in Sachen Nachhaltigkeit.

Vielen Dank f├╝r das Interview, Prof. Dr. Peinelt.


Veggie-Schule in Freiburg: Hier kochen die Kinder mit

Die Kapriole in Freiburg im Breisgau ist eine von etwa 100 freien Alternativschulen in Deutschland. F├╝r die rund 150 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler stehen ausschlie├člich vegan-vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan. Im Interview erz├Ąhlen die K├Âchin Maike Weis und die Lehrerin Sabine Herzmann, warum sich die Schule f├╝r die Veggie-K├╝che entschieden hat und wie diese bei den Kindern ankommt.

Wie f├╝gt sich das vegan-vegetarische K├╝chenkonzept in das Gesamtkonzept der Kapriole ein?
Sabine Herzmann: Die Kinder an der Kapriole haben die Freiheit zu lernen, wann, wo, was, wie und mit wem sie wollen. Als freie demokratische Schule gehen wir au├čerdem respektvoll und verantwortlich miteinander, mit unserer Umgebung und mit der Welt um. Die Frage, wie wir uns ern├Ąhren, ist ungemein vielschichtig. Sie reicht von unserer pers├Ânlichen Gesundheit ├╝ber globale Gerechtigkeit bis hin zum Klimawandel. Eine vegan-vegetarische Schulk├╝che ist eine naheliegende Umsetzung dieser Werte und hat sich deshalb ganz nat├╝rlich in die Entwicklung der Schulgestaltung eingef├╝gt.

Wie werden die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in die Men├╝auswahl und die Essenszubereitung einbezogen?
Maike Weis: Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler k├Ânnen jederzeit Lob und Kritik an der Men├╝gestaltung ├Ąu├čern. Spezielle Essensw├╝nsche werden nach M├Âglichkeit in die Tat umgesetzt. Die K├╝che steht kleinen und gro├čen Helferinnen und Helfern fast immer offen. Zus├Ątzlich gibt es Projekttage zum Thema Kochen, beispielsweise um den Aspekten ÔÇ×gesundÔÇť und ÔÇ×saisonalÔÇť nachzugehen.

Sabine Herzmann: Auf Schulfahrten versorgen wir uns selbst. Hier werden Kochgruppen gebildet, die individuell entscheiden, was sie zubereiten m├Âchten. Au├čerdem gibt es einen Backclub und regelm├Ą├čige Backangebote. Die selbst gemachten Leckereien werden dann in der Schule verkauft, um die Zutaten zu finanzieren. Auch an dieser Stelle k├Ânnen die Kinder W├╝nsche ├Ąu├čern, gemeinsam Rezepte aussuchen und diese nach Belieben mit alternativen Zutaten gestalten.

Wie sieht das Angebot an pflanzlichen Gerichten aus?
Maike Weis: Das Essen ist immer vegetarisch, zus├Ątzlich gibt es eine vegane Option. Au├čerdem stehen eine glutenfreie Alternative sowie Vollkornprodukte zur Wahl. Wichtig ist vor allem, dass die Mahlzeiten ausgewogen sind. Bunte Salate mit Sprossen, Rohkost und ger├Âsteten N├╝ssen machen Appetit und Lust auf Gesundes. Mit einer abwechslungsreichen Auswahl an So├čen, Pestos und Dips bieten wir f├╝r etwas f├╝r jeden Geschmack. Unsere Zutaten stammen zu 100 % aus biologischem Anbau. Das meiste Obst und Gem├╝se beziehen wir sogar direkt aus der Region.

Wie wird das Thema fleischfreie Ern├Ąhrung in den Unterricht integriert?
Sabine Herzmann: In der Auseinandersetzung mit ihren eigenen Lebens- und Ern├Ąhrungsgewohnheiten kommen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler immer wieder auf das Thema. So bringen sie es entweder selbst in die Schulgemeinschaft ein oder sto├čen im Rahmen verschiedener Themenschwerpunkte darauf. Besch├Ąftigen wir uns beispielsweise mit Landwirtschaft oder Klimawandel, kommt die vegetarisch-vegane Lebensweise zur Sprache. Auch im Fach ÔÇ×Gesundheit und SozialesÔÇť sowie beim gemeinsamen Backen im Backclub stellen wir den Bezug her.

Welche Herausforderungen und welche Chancen sehen Sie f├╝r die vorwiegend pflanzliche Schulverpflegung?
Maike Weis: Ohne Fleisch zu kochen ist gar kein Problem. Milchalternativen sind manchmal etwas ungewohnt f├╝r den Geschmackssinn der Kinder, aber mit ein paar kleinen Tricks lassen sich auch diese problemlos in den Men├╝plan einbauen. Besonders einfach ist veganes Backen: Kuchen und Co. schmecken allen gut.
Vegetarisch zu essen ist mittlerweile ja schon etwas gesellschaftlich Normales geworden. Daher hoffe ich, dass in Zukunft eine fleischfreie Schulverpflegung Alltag wird und die Kinder schon in der Schule lernen und erfahren, wie einfach es ist, sich gesund und nachhaltig zu ern├Ąhren.

Nachhaltigkeit h├Ârt beim Essen nicht auf: Die Kapriole m├Âchte in diesem Jahr die Schule um ein weiteres Geb├Ąude in ├Âkologischer Holzbauweise erg├Ąnzen und freut sich ├╝ber Unterst├╝tzung.

Vielen Dank f├╝r das Interview, Frau Weis und Frau Herzmann.

ProVeg brachte erneut Akteurinnen und Akteure der Schulverpflegung zusammen

ProVeg lud mit seiner Veranstaltung ÔÇ×Neue Ans├Ątze f├╝r die SchulverpflegungÔÇť im Dezember 2018 verschiedene Beteiligte und Interessierte aus dem Bereich der Gemeinschaftsverpflegung ein, um ├╝ber Herausforderungen und Potenziale einer pflanzlichen K├╝che in deutschen Schulen zu diskutieren.

Schulverpflegung in Deutschland ÔÇô ein komplexes Thema, an dem viele Beteiligte mitwirken. Von Eltern ├╝ber Politik bis hin zu Cateringunternehmen: Alle versuchen, etwas dazu beizutragen, das t├Ągliche Mittagessen der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler gesund und ansprechend zu gestalten. Um den Austausch zwischen den Beteiligten zu erm├Âglichen und neue Impulse f├╝r den Ausbau der pflanzlichen K├╝che zu geben, lud ProVeg im Rahmen des neuen Schulprogramms ÔÇ×Leckeres Essen f├╝r alleÔÇť, zu dem auch die Aktion Pflanzen-Power geh├Ârt, zu einer Informationsveranstaltung.

Theorie und Praxis

Am Morgen zeigte Schulungskoch Stephan Giannangeli den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem praktischen Kochworkshop die M├Âglichkeiten einer klimafreundlichen K├╝che auf. Am Nachmittag lud ProVeg in die R├Ąumlichkeiten des k├╝rzlich er├Âffneten ProVeg-Incubators, um mit Vortr├Ągen und Diskussionsrunden auf die vielf├Ąltigen M├Âglichkeiten pflanzlicher Schulverpflegung einzugehen. Das Publikum war bunt gemischt: Vertreterinnen und Vertreter von kleinen und gro├čen Cateringunternehmen, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der Deutschen Gesellschaft f├╝r Ern├Ąhrung (DGE) und andere brachten verschiedene Perspektiven in die Thematik ein und erm├Âglichten damit einen regen Austausch.

Immer noch ÔÇ×Hin & VegÔÇť ÔÇô Sodexo will noch mehr Pflanzliches

Nach einer kurzen Einf├╝hrung von Katleen Haefele, Leiterin von ProVeg Food Services, zu Potenzialen und Vorteilen einer pflanzlichen K├╝che in der Gemeinschaftsverpflegung, ├╝bernahm Heiko H├Âfer von Sodexo das Wort. Sodexo, eines der gr├Â├čten Cateringunternehmen weltweit, hatte im Mai 2018 mit seiner Aktionswoche ÔÇ×Hin & VegÔÇť ein pflanzliches Men├╝-Angebot an Schulen in ganz Deutschland getestet. Diese Kooperation war durch unsere vorherige Informationsveranstaltung ins Rollen gekommen. Laut H├Âfer waren die Gerichte der Aktionswoche auf gro├čes Interesse gesto├čen und die R├╝ckmeldungen der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ├Ąu├čerst positiv ausgefallen.┬áÔÇ×Dieser Erfolg hat meine Neugier geweckt, weshalb ich zuletzt meinen eigenen Fleischkonsum stark reduziert habe. Und ich bin begeistert ÔÇô die Umstellung wirkt sich unheimlich positiv auf meine Gesundheit aus und gibt mir ein ganz neues K├Ârpergef├╝hlÔÇŁ, so H├Âfer.┬áDes Weiteren betonte er in seinem Vortrag auch den Tierwohl-Aspekt.
Sodexo hat erkannt, dass viele Gr├╝nde daf├╝r sprechen, den Fokus verst├Ąrkt auf die pflanzliche K├╝che zu legen. Neue Veggie-Optionen und vor allem eine noch engere Zusammenarbeit mit ProVeg sind deshalb geplant.

Vegetarische Qualit├Ątsstandards der DGE

Auch die DGE war auf der Veranstaltung vertreten: Dr. Ernestine Tecklenburg ist Leiterin des Referats Gemeinschaftsverpflegung und Qualit├Ątssicherung und stellte die von ihr mitentwickelten Kriterien f├╝r eine ovo-lacto-vegetarische Men├╝linie vor. Frau Tecklenburg gab Tipps, wie sich die Kriterien umsetzen lassen und betonte, dass es in der Schulverpflegung m├Âglich ist, alle zu erreichen und durch das gemeinsame Mittagessen ein Gemeinschaftsgef├╝hl zu schaffen. Au├čerdem sprach sie sich daf├╝r aus, Veggie-Gerichte ganz oben auf dem Speiseplan zu platzieren, damit sie nicht als zweitklassige Alternative wahrgenommen werden.

Voneinander lernen

Nach den informativen Vortr├Ągen wurden alle Teilnehmenden in einem interaktiven Workshop ermutigt, ihre Erfahrungen und Meinungen auszutauschen. In kleinen Gruppen debattierten sie ├╝ber die Potenziale einer verst├Ąrkt pflanzlichen Schulverpflegung und wie diese mit neuen Ans├Ątzen und geschickten Kommunikationsstrategien umgesetzt werden kann. So waren beispielsweise viele G├Ąste inspiriert von Stefan Gerhardts Konzept: In seinen Frischk├╝chen kochen er und sein Team nicht nur gesund und vollwertig, sie vermitteln den Kindern in Koch-AGs einen Bezug zu ihrem Essen und kl├Ąren an Informationstafeln ├╝ber die ├Âkologischen und ethischen Vorteile pflanzlicher Ern├Ąhrung auf.

Auch wenn der Weg zu einem fl├Ąchendeckenden Angebot vollwertiger vegetarisch-veganer Gerichte in deutschen Schulen noch ein langer ist ÔÇô die meisten Teilnehmenden verlie├čen die Informationsveranstaltung motiviert und mit neuen Impulsen. 2018 war die Aktion Pflanzen-Power an knapp 30 Schulen; auch f├╝r 2019 sind zahlreiche Aktionstage mit Kindern sowie Kochworkshops f├╝r Cateringunternehmen geplant. Volle Pflanzenkraft voraus f├╝r eine ges├╝ndere Ern├Ąhrung an deutschen Schulen!

Veggie im Gro├čformat: Interview mit Mensakoch Stefan Gerhardt

Mehr als 1.000 hungrige B├Ąuche f├╝llen Stefan Gerhardt und sein Team t├Ąglich. In den beiden Frischk├╝chen in der Region Braunschweig, die er gemeinsam mit seiner Frau betreibt, kommt viel Gesundes auf den Speiseplan. Nicht nur weil es gut schmeckt, sondern weil er vom Konzept der pflanzlichen K├╝che ├╝berzeugt ist.

Auf Ihrem Mensa-Speiseplan steht t├Ąglich auch ein veganes Gericht. Was hat Sie dazu bewogen, eine rein pflanzliche Men├╝-Linie anzubieten?
Meine Frau und ich versuchen, so nachhaltig wie m├Âglich zu leben. Wir haben den Verzehr tierischer Produkte sehr stark reduziert. Unsere Tochter lebt seit 2016 vegan, auch das war einer der Gr├╝nde, fleischfreies Essen in das Speisenangebot aufzunehmen. Uns ist es wichtig, ein Zeichen gegen Massentierhaltung und Klimawandel zu setzen ÔÇô und da ist die pflanzliche K├╝che wunderbar geeignet.

Wie wirkt sich die Einf├╝hrung einer rein pflanzlichen Men├╝-Linie auf die Arbeitsorganisation in der K├╝che aus?
Zu Beginn bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik. Ich musste mir beispielsweise ├╝berlegen, welche Alternativen f├╝r Milch und Eier infrage kommen. Ist eine vegane Men├╝-Linie dann einmal etabliert, ist es leicht. Viele Allergene wie Laktose (Milchzucker) und Ei sind in pflanzlicher Kost nicht enthalten, was die Arbeitsorganisation vereinfacht. Au├čerdem lassen sich mischk├Âstliche Gerichte oftmals auch recht unkompliziert in eine pflanzliche Variante umwandeln. Kein Grund also, auf beliebte Klassiker zu verzichten.

Wie f├╝hren Sie Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler an pflanzliche Gerichte heran und wie sind die Reaktionen?
Die Nachfrage nach dem veganen Angebot schwankt stark und h├Ąngt vom angebotenen Men├╝ ab. Generell reagieren die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aber gut auf die Veggie-Gerichte. Gibt es beispielsweise Lahmacun, w├Ąhlen fast die H├Ąlfte der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler die pflanzliche Alternative. Die Akzeptanz hat auch viel damit zu tun, wie die Speisen pr├Ąsentiert werden. Wenn ich auf dem Pausenbrot K├Ąse und Co. mit einem leckeren pflanzlichen Aufstrich ersetze, ohne es spezifisch als ÔÇ×veganÔÇť anzupreisen, wird es einfach gegessen. Es geht also auch darum, vegane Vorurteile abzubauen.

Wir stehen hinter dem, was wir tun, und kommunizieren es nach au├čen. Unter dem Titel ÔÇ×Verpflegung f├╝r das KlimaÔÇť wurde unser Angebot k├╝rzlich in einer Zeitung dargestellt. Diesen und weitere Artikel zum Thema h├Ąngen wir an unserer Pinnwand auf. Wir wollen, dass die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler dar├╝ber informiert werden, welchen Einfluss ihre Ern├Ąhrungsgewohnheiten haben. Denn Massentierhaltung und das damit verbundene Leid finden Kinder ├╝berhaupt nicht gut.

Was w├╝rden Sie anderen Caterern empfehlen, die ebenfalls ein pflanzliches Angebot etablieren m├Âchten?
Zun├Ąchst: Selbst gut vegan essen zu gehen. Sich ├╝berraschen zu lassen, wie vielf├Ąltig pflanzliches Kochen sein kann und wie gut es schmeckt. Nur wenn ich selbst von veganer K├╝che ├╝berzeugt bin, kann ich sie auch langfristig erfolgreich etablieren. Es ist nat├╝rlich erst einmal ungewohnt ÔÇô neue Zutaten und Zubereitungsmethoden finden ihren Weg in die K├╝che und das K├╝chenpersonal muss sich umstellen. Hier gilt es, viel Geduld und Verst├Ąndnis f├╝r m├Âgliche Schwierigkeiten mitzubringen. Und genauso muss auch den Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern Zeit gegeben werden, sich an die neue Auswahl zu gew├Âhnen. Ich bin immer wieder positiv ├╝berrascht, auf wie viel Offenheit und Neugier Veggie-Gerichte treffen, wenn sie richtig zubereitet und pr├Ąsentiert werden. Das Wichtigste ist daher, sich stets bewusst zu machen, warum die pflanzliche K├╝che so wertvoll ist ÔÇô und dann den Mut zu fassen, Neues zu wagen.

Vielen Dank f├╝r das Interview, Herr Gerhardt.

ProVeg Food Services

ProVeg bietet Schulungen und Beratung f├╝r Catering-Unternehmen an. Wenn Sie Ihre Gro├čk├╝che auch mit mehr Pflanzen-Power bereichern wollen, aber nicht wissen, wie Sie damit am besten anfangen, stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Und auch wenn Sie sich schon gut in der Veggie-K├╝che auskennen ÔÇô in den abwechslungsreichen Modulen finden auch erfahrene K├Âchinnen und K├Âche neue Inspiration. Egal ob Sie f├╝r Studentenwerk, Gro├čkantine oder kleine Schulk├╝che den Kochl├Âffel schwingen, kontaktieren Sie uns!

Veggie-Aktionswoche an deutschen Schulen: Interview mit Heiko H├Âfer von Sodexo

Das Unternehmen Sodexo bietet vielf├Ąltige Dienstleistungen f├╝r Unternehmen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen an. Dazu z├Ąhlt auch die Schulverpflegung. Anfang Juni 2018 fand in Zusammenarbeit mit Aktion Pflanzen-Power eine bundesweite Aktionswoche mit pflanzlichen Men├╝-Angeboten statt. Heiko H├Âfer ist bei Sodexo als Regionaldirektor Nord f├╝r den Bereich Schulen und Universit├Ąten verantwortlich und verr├Ąt im Interview, was es mit der Veggie-Aktionswoche auf sich hat.

Herr H├Âfer, Sodexo hat k├╝rzlich eine Aktionswoche mit vegetarischen und veganen Gerichten durchgef├╝hrt. Wie war die Nachfrage der Aktionsgerichte?

Im Rahmen unserer Aktionswoche ÔÇ×Hin & VegÔÇť wurden die vegetarischen und veganen Aktionsgerichte insgesamt 68.669 Mal bestellt. Damit liegt der Anteil bei mehr als 20 % aller Bestellungen. Wir freuen uns sehr dar├╝ber, dass die Aktion so viel Anklang gefunden hat und ├╝berdurchschnittlich gut angenommen wurde. Zu den Favoriten geh├Ârten Gerichte wie Germkn├Âdel mit einer Bestellquote von 40 % und vegane Burger mit 34 %.

 Wie kam es zu der Aktionswoche und der Zusammenarbeit mit ProVeg?

Auf die Organisation bin ich durch eine Informationsveranstaltung von ProVeg im Dezember 2016 aufmerksam geworden. Seitdem stehen wir in regelm├Ą├čigem Kontakt. Da ein vegetarisches und veganes Ern├Ąhrungsangebot in der Kinder- und Schulspeisung eine immer wichtigere Rolle spielt und Sodexo pro Jahr 3ÔÇô4 Aktionen zu den unterschiedlichsten Themen durchf├╝hrt, waren wir sehr aufgeschlossen f├╝r eine Kooperation mit ProVeg. Die Aktion ÔÇ×Hin & VegÔÇť wurde Mitte des letzten Jahres durch uns geplant und mit der Unterst├╝tzung von ProVeg bei der Erstellung der Rezepturen, beim Probekochen und bei der Begleitung durch Aktionstage in ausgew├Ąhlten Schulen umgesetzt.

Welche R├╝ckmeldungen hat Sodexo nach der Aktionswoche erhalten?

Die R├╝ckmeldungen, die uns erreicht haben, waren durchweg positiv. Sowohl die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler als auch die Eltern und Lehrkr├Ąfte waren begeistert von der Aktion. So erreichte uns zum Beispiel folgendes Feedback aus Radebeul: ÔÇ×Die vegan-vegetarische Woche ,Hin & VegÔÇś am Luisenstift Gymnasium fand meine Tochter sehr lecker! Bitte mehr davon, auch im normalen Schulalltag, und weniger Fleisch.ÔÇť Wie wichtig ein vegetarisches und veganes Angebot gerade auch f├╝r die Eltern ist, zeigt diese R├╝ckmeldung aus Schm├Âlln: ÔÇ×Ich bin sehr erfreut, dass es endlich auch vegane Gerichte auf den Speiseplan geschafft haben. Ich hoffe, dass dies keine einmalige Aktion war, sondern w├╝rde mir ein dauerhaftes veganes Angebot w├╝nschen.ÔÇť Aufgrund des gro├čen Erfolgs haben wir die Aktionsgerichte, die bei unseren Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern besonders gut angekommen sind, in den regul├Ąren Speiseplan ├╝bernommen.

Wie plant Sodexo, den Fleischanteil seiner Men├╝s weiter zu reduzieren?

Bei der Gestaltung unserer Speisepl├Ąne richten wir uns unter anderem strikt nach den Qualit├Ątsstandards der Deutschen Gesellschaft f├╝r Ern├Ąhrung (DGE) f├╝r die Schulverpflegung. Demnach gibt es pro Woche maximal 2 Fleisch- und 1 Fischgericht pro Men├╝linie. Bereits gelebte Praxis ist es au├čerdem, dass von unseren t├Ąglich zur Auswahl stehenden 3 Men├╝linien immer ein Men├╝ vegetarisch oder sogar vegan ist. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist uns bei Sodexo extrem wichtig. Daher sind wir unter anderem Gr├╝ndungsmitglied der Initiative ÔÇ×United Against WasteÔÇť, um gemeinsam mit unseren Marktbegleitern auf diesem Gebiet Standards zu setzen und uns gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren.

Wann wird es die n├Ąchste Veggie-Woche geben?

Die durchweg positive Resonanz, die wir mit der Aktion ÔÇ×Hin & VegÔÇť erzielt haben, best├Ąrkt uns darin, dass wir mit diesem Angebot goldrichtig liegen. Daher wird eine Veggie-Woche sicher auch in Zukunft ein Bestandteil unserer Aktionen sein, die wir j├Ąhrlich an rund 650 Schulen und 450 Kindertagesst├Ątten anbieten. Wir sind davon ├╝berzeugt, mit dieser Aktionswoche eine wichtige und sch├Âne Tradition begr├╝ndet zu haben und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit ProVeg.

Vielen Dank, Herr H├Âfer, f├╝r das Interview.

Zusammenarbeit mit Sodexo: Veggie-Gerichte in ├╝ber 600 Schulen

Vom 28. Mai bis 1. Juni 2018 veranstaltete das Cateringunternehmen Sodexo eine Veggie-Aktionswoche an rund 600 Schulen in ganz Deutschland. ProVeg unterst├╝tzte Sodexo bei der Men├╝-Gestaltung und begleitete die Woche mit Kochworkshops und Vortr├Ągen durch die Aktion Pflanzen-Power. Unter dem Motto ÔÇ×Hin & Veg ÔÇô es geht auch mal ohne Fleisch und FischÔÇť veranstaltete das Cateringunternehmen Sodexo in Kooperation mit ProVeg Ende Mai 2018 eine bundesweite Veggie-Aktionswoche. Rund 600 Schulen, die von Sodexo beliefert werden, nahmen daran teil. W├Ąhrend eine Auswahl an vegetarischen Gerichten meist Standard in den meisten Schulen ist, werden vegane Mahlzeiten bisher kaum angeboten. Die Kinder und Jugendlichen hatten in dieser Woche also die M├Âglichkeit, rein pflanzliche Gerichte in der Mittagspause zu essen. Die meisten Aktionsgerichte gestaltete ProVeg mit, darunter einen Sesamburger mit Gem├╝sepatty sowie eine vegane Paella mit Kichererbsen. ÔÇ×Wir freuen uns ├╝ber die Aufgeschlossenheit von Sodexo f├╝r das Veggie-ThemaÔÇť, sagt Katleen Haefele, Leitung ProVeg Food Services. Sodexo versorgt aktuell in Deutschland, ├ľsterreich und der Schweiz t├Ąglich knapp 1,5 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher, davon 140.000 Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindertagesst├Ątten. Begleitend zur Veggie-Aktionswoche organisierte die Aktion Pflanzen-Power Kochworkshops und Vortr├Ąge an manchen der teilnehmenden Schulen. Zus├Ątzlich zu den Mittagsgerichten von Sodexo konnten die Kinder in Kochgruppen kalte Pausensnacks selbst zubereiten: Ob vegane ÔÇ×NutellaÔÇť und ÔÇ×RaffaelloÔÇť oder Couscous-Salat ÔÇô f├╝r jeden Geschmack war etwas dabei! Das im Vortrag gelernte Wissen ├╝ber die Vorteile einer pflanzlichen Ern├Ąhrung konnten die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler im Workshop direkt anwenden. Am Ende gingen alle Kinder und Jugendlichen mit vollen B├Ąuchen und neuen Rezepten nach Hause. ProVeg sowie die BKK ProVita danken an dieser Stelle den Aktiven der Regionalgruppe Potsdam und Friedrichshain sowie Wilmersburger und Allos, die die Aktionstage durch ihre k├Âstlichen Produkte f├╝r den Informations- und Verkostungsstand unterst├╝tzten. ┬á

Berliner Sch├╝ler schauten eine Woche lang ├╝ber den Tellerrand

Die Anna-Seghers-Schule in Berlin veranstaltete vom 10. bis 13. Juli 2017 ihre allj├Ąhrliche Projektwoche mit abschlie├čender Schulparty. Im Rahmen des Projekts ÔÇ×├ťber den Tellerrand schauenÔÇť brachte die Aktion Pflanzen-Power des VEBU und der Krankenkasse BKK ProVita den Sch├╝lern das Thema pflanzliche Ern├Ąhrung n├Ąher.

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